27. April 2026

Im Rahmen einer Schüler-Akademie des Landesprogramms „Schule der Zukunft“ lernen Siebtklässler der Anne-Frank-Gesamtschule wissenschaftliches Arbeiten kennen
Havixbeck. Münster. Baumberger Sandstein ist den meisten Havixbecker Schülern ein Begriff, doch längst nicht alle kennen seine Eigenschaften. Acht besonders interessierte Siebtklässler sind daher der Einladung des Biologischen Zentrums als BNE-Regionalzentrum gefolgt und gingen der Natur im Steinbruch Fark im wahrsten Sinne des Wortes auf den Grund. Thema war nicht nur die Beschaffenheit des besonders weichen Sandsteins, der gerne für Skulpturen genutzt wird, sondern auch die Trinkwassergewinnung aus der Stever: „Anhand eines Versickerungsmodells erfuhren die Schülerinnen und Schüler, wie Regenwasser im Boden auf eine undurchlässige Gesteinsschicht trifft, sich dort als Grundwasser staut und später durch den natürlichen Lauf des Flusses wieder an die Oberfläche tritt“, so Henning Meyer, Lehrer für das Fach Naturwissenschaften an der Anne-Frank-Gesamtschule, der die Jugendlichen begleitete.
Unter dem Motto „Natur im Fluss“ hatten Sandra Dirks vom Naturschutzzentrum (Projektleitung) und Anke Leitzgen vom Zeitreisebus e.V. als Gesamtkoordinatorin eine spannende Projektreihe mit vielen Experten an verschiedenen Orten entlang der Stever konzipiert. Als außerschulischer Lernort wird die Stever damit zum Zentrum für Umweltbildung und Geschichte – ein Angebot, das in der Gesamtschule, die ihren naturwissenschaftlichen Schwerpunkt als MINT-Schule weiter schärft, auf besonderes Interesse stößt.
Die Siebtklässler arbeiteten eigenständig mit wissenschaftlicher Ausrüstung, entwickelten eigene Fragestellungen und dokumentierten ihre Ergebnisse, etwa die Beschaffenheit und Struktur des Baumberger Sandsteins. So entsteht ein Citizen-Science-Projekt, das regionale Geschichte erlebbar macht und zugleich Daten für zukünftige Generationen sammelt. „Ein besonderes Highlight war das Podcaststudio im Zeitreisebus, in dem unsere Schülerinnen und Schüler direkt mit Wissenschaftlern ins Gespräch kamen“, freut sich Meyer. „Viel Spaß machte auch das praktische Arbeiten mit Hammer und Meißel“, meint Schülerin Milla (13), die auf diese Weise geologische Gesteinsschichten erforschte. „Wenn man sieht, wie das alles in der Natur aussieht, versteht man den Unterricht viel besser“, ergänzt Johanna (13).
Das kann die Fachschaft Naturwissenschaften der Anne-Frank-Gesamtschule nur bestätigen. „Wir danken dem Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld, dem Zeitreisebus, dem Biologischen Zentrum Kreis Coesfeld, dem geologischen Museum der Uni Münster, dem LWL Naturkunde Museum, der LWL-Archäologie sowie dem Sandsteinmuseum und weiteren Experten vor Ort für die Umsetzung dieses Projekts und diesen wirklich außergewöhnlichen Tag.“
Foto: Ammoniten, Rochen- und Haifischzähne sind im Steinbruch zu finden. An Modellen zeigen die Wissenschaftlerinnen Milla, Mariia und Johanna (v.li.), wie man sie erkennt. (Meyer)