25. März 2026

Projektwoche in Billerbeck verbindet das Thema Nachhaltigkeit mit kreativer Informatik
Havixbeck. Billerbeck. Putzig sehen sie aus, diese beiden Socken: Orange-grün, mit bunten Blumen bedruckt und blauen Sonnenbrillen auf den „Nasen“ stehen sie einander gegenüber und erzählen den Zuschauern von ihrer Reise durch Asien. Schön ist es nicht, was diese beiden sympathischen Figuren zu sagen haben, denn es geht um unfaire Arbeitsbedingungen und Ausbeutung von Frauen und Kindern. Die Informationen dazu haben die Achtklässlerinnen Ida, Pia, Paulina und Eva während der Wahlpflichtfach-Projektwoche an der Anne-Frank-Gesamtschule selbst recherchiert. Dabei erfuhren sie Wissenswertes aus erster Hand: Mit Übersetzungshilfe von Englischlehrer Andreas Peters sprachen sie per Video-Schalte mit Camelia Hasan, die sich in Indien als Gewerkschafterin engagiert. Initiiert wurde das Projekt von Nina Spier vom Verein Vamos e.V., der auf Missstände in Ländern des Globalen Südens aufmerksam machen möchte.
Pädagogisch geleitet von Biologielehrerin Barbara Plettendorff und technisch beraten von Raphael Bernal Tejedor (Firma spotAR), erweckten die Jugendlichen die Socken per Augmented Reality zum Leben. Wer sich die beiden Plaudersocken ansieht, erfährt, dass die Frauen in Textilfabriken an sechs Tagen in der Woche zehn Stunden und länger arbeiten müssen, ohne dass Überstunden bezahlt würden. „Wenn jemand in der Familie krank wird, stürzt sie das in große Not, denn sie verdienen im Monat nur maximal 110 Euro und sind nicht krankenversichert“, weiß Ida. „Werden sie schwanger, müssen sie damit rechnen ihre Arbeit zu verlieren.“ Das Gespräch mit Hasan habe die Jugendlichen sehr berührt, so Plettendorff, die betont, wie komplex sich das Programmieren anschließend gestaltet habe. „Die Schülerinnen und Schüler sind zu Recht stolz auf ihre Ergebnisse.“
Angeleitet durch „re:edu“, einem Start-up-Unternehmen, das digitale Tools erstellt, setzte sich eine weitere Gruppe mit so genannten Mapstories auseinander. Unter der Leitung von Dr. Thomas Bartoschek, Wissenschaftler am Institut für Geoinformatik in Münster, und Eric Thieme-Garmann von „re:edu“ vollzieht der vierzehnjährige Moritz den Weg der Kleidung von der sehr günstigen Produktion in Bangladesch über den mehrwöchigen Seeweg des indischen Ozeans bis nach Hamburg nach. Dabei werden die Informationen nicht selten durch Kreativität bereichert. So erzählt Nika (13) die Geschichte einer Muschel, die von Deutschland nach Indien durch die Fabriken reist und dabei so manches kleine Abenteuer erlebt.
Die Ergebnisse der 27 Schülerinnen und Schüler werden während der „Handeln und Wandeln Tage“, einem Mitmachfestival für Nachhaltigkeit, vom 16.4. – 19.4. in Billerbeck präsentiert sowie am 17.4. auf dem Frühlingsfest in Havixbeck.
Foto: Nina Spier (ganz links, Vamos e.V.) und Eva Jacobs (ganz rechts) unterstützen Schülerin Nika bei ihrer „Mapstory“.
(Foto: Plettendorff)