Zum Inhalt (Access key c)Zur Hauptnavigation (Access key h)Zur Unternavigation (Access key u)

Datenschutzhinweis

Unsere Webseite nutzt externe Komponenten (Schriften von Fonts.com, Google Fonts, Youtube- und Vimeo-Videos, Google Maps, OpenStreetMaps, Google Tag Manager, Google Analytics, eTracker). Diese helfen uns unser Angebot stetig zu verbessern und Ihnen einen komfortablen Besuch zu ermöglichen. Durch das Laden externer Komponenten, können Daten über Ihr Verhalten von Dritten gesammelt werden, weshalb wir Ihre Zustimmung benötigen. Ohne Ihre Erlaubnis, kann es zu Einschränkungen bei Inhalt und Bedienung kommen. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

18. März 2026

Mädchen und Jungen stärken - sexualpädagogisches Projekt gibt Sicherheit

Mädchen und Jungen stärken - sexualpädagogisches Projekt gibt Sicherheit

Ein Projekt an der Anne-Frank-Gesamtschule in Havixbeck vermittelt Jugendlichen offen Wissen rund um Menstruation und Körper. So werden Mythen abgebaut und mehr Sicherheit im Umgang mit dem eigenen Körper geschaffen.

Havixbeck. Billerbeck. Man könnte meinen, es gehe um ein naturwissenschaftliches Experiment: Ein kleiner Tisch ist mit Bechern und Pipetten ausgestattet, darum herum hocken zwölfjährige Schülerinnen der Anne-Frank-Gesamtschule, tropfen Wasser auf Damenbinden und beobachten ihr Ergebnis. „Erstaunlich, wie wenig hier nur nach und nach heraustropft und bemerkenswert, wie viel die Binde aufnehmen kann“, meinen die Mädchen, die hier nicht im naturwissenschaftlichen Unterricht sitzen, sondern an einem sexualpädagogischen Projekt teilnehmen.
„Wir möchten, dass die Schülerinnen Vertrauen in die Produkte gewinnen“, sagt Diplom-Sozialarbeiterin Anja Riering, die gemeinsam mit Daniela Vogel Fragen beantwortet, die in vielen Familien nicht gestellt werden. „Wir hören immer wieder, dass Themen wie Menstruation oder Sexualität schambehaftet sind. Auch heute noch.“ Finanziell unterstützt durch die Bürgerstiftungen Havixbeck und Billerbeck, macht es sich der Sozialdienst katholischer Frauen aus Coesfeld daher seit Jahren zur Aufgabe, in Schulen sexualpädagogische Projekte wie diese anzubieten. „Für uns ist das eine Herzensangelegenheit. Wir möchten, dass die Mädchen gestärkt daraus hervorgehen, weil sie sich durch die Informationen sicherer fühlen.“
Im geschützten Rahmen – bei diesem Projekt sind Mädchen und Jungen unter sich - soll zudem der Zusammenhalt gestärkt werden. Während die Jungs, angeleitet von Thomas Höing
(Leiter der Kinder- Jugend- und Familienhilfe e.V., Billerbeck) über körperliche Veränderungen sprechen und gemeinsam Ideen von einem positiven Männerbild entwickeln, das sich von Klischees oder medial propagierten, gewalttätigen Darstellungen unterscheidet, bekommen auch die Mädchen Gelegenheit, persönliche Erfahrungen zu teilen. Dabei gehe es auch darum, mit Mythen aufzuräumen. „Viele junge Mädchen, mitunter sind sie gerade erst 10 Jahre, meinen, sie müssten, sobald sie ihre Menstruation haben, sofort zur Gynäkologin. Das macht natürlich Angst.“ Tatsächlich sei ein Gang zur Fachärztin erst dann angezeigt, wenn es um Verhütung gehe. Ein anderer Mythos sei die Ansicht, die Periode sei eine Art Krankheit, die das Liegen erfordere. „Das Gegenteil ist der Fall. Sport ist sogar sinnvoll, weil die Bewegung Menstruationsbeschwerden entgegenwirken kann.“ Dann die Frage danach, wie viel Periodenflüssigkeit Frauen pro Zyklus verlieren. „Häufig hören wir als Antwort: drei Liter. Tatsächlich sind es nur 65 Milliliter.“
Ein letzter wichtiger Punkt sei die Verunsicherung, die durch soziale Medien wie Tik Tok oder Instagram erfolge. „Es gibt mittlerweile sehr viele neue Produkte, die dazu führen, dass viele gar nicht mehr wissen, wofür sie sich entscheiden sollen.“ Einige, etwa Periodentassen, seien für den Anfang auch überfordernd, wohingegen Periodenunterwäsche einfach in der Handhabung sei.
In Klasse 6.4 kommt das Projekt gut an, auch die kleine Tüte mit Hygieneartikeln für die Schultasche. „Damit haben wir für alle Fälle etwas dabei“, freuen sich die Mädchen.
BU: Im sexualpädagogischen Projekt werden auch Hygieneartikel getestet. In diesem Fall Damenbinden. (Foto: Steinböck)