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07. Mai 2026

Verletzende Bilder in sozialen Medien melden, statt sie zu teilen

Verletzende Bilder in sozialen Medien melden, statt sie zu teilen

Medienscouts der Anne-Frank-Gesamtschule und die Polizei Coesfeld klären auf

Billerbeck. Ein junger Mann steht auf einem Hochhaus, dahinter sieht man ein Flugzeug, gefährlich nah. Man hat den Eindruck, als würde es auf den Mann zurasen. Ein beeindruckender Effekt, der dazu verleitet, länger hinzuschauen, vielleicht sogar das Bild zu „liken“. Tatsächlich handelt es sich jedoch um ein KI-generiertes Bild. „Der Schatten fehlt“, weiß Sechstklässler Valera, „deshalb ist es fake.“
Dass es sich lohnt, bei Tik Tok, Instagram und Co genau hinzusehen, lernt der gesamte sechste Jahrgang an der Anne-Frank-Gesamtschule bei Benedikt Kühlmann. Kühlmann leitet die Medienscouts, die sich nicht nur selbst regelmäßig fortbilden, sondern ihr Wissen auch an beiden Standorten – in Havixbeck und Billerbeck - weitergeben. Im Zentrum stehen diesmal neben gefälschten Nachrichten auch Cybermobbing und Kriminalität im Netz.
„Es ist wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen darauf achten, im Klassenchat niemanden zu beleidigen. Schon ein: ,Du bist doch doof‘ wirkt verletzend und gilt als Mobbing.“
Die Schülerinnen und Schüler haben so etwas alle schon erlebt. Ein Klassenchat ist daraufhin gesperrt worden, denn die Kinder hatten ihre Eltern zu Hilfe geholt. „Das ist genau richtig“, lobt Kühlmann. „Und es ist auch wichtig, wiederholtes Mobbing bei der Polizei zu melden.“ Die Folgen müssten dann die Eltern der Täter tragen. „Auf die Erziehungsberechtigten kann eine Geldstrafe zukommen. Und für die Verursacher gibt es spezielle Kurse, die über das Fehlverhalten im Netz aufklären.“
Sexting – das Versenden freizügiger Bilder, Videos oder Texte mit sexuellem Inhalt – stand im Fokus der sich anschließenden Präventionsveranstaltung der Polizei Coesfeld. Katrin Hagedorn und Pia Mund lasen einen Chat mit verteilten Rollen, der tatsächlich in der Region so vorgefallen war. Ein 17-jähriger bedrängt eine 15-jährige, Nacktbilder von sich zu schicken, fordert sie zu sexuellen Handlungen auf. Die Schülerinnen und Schüler sind sichtlich schockiert. Dabei ist das nur ein Beispiel von vielen: Laut einer Studie der Landesanstalt für Medien NRW aus dem Jahr 2023 hat fast jede und jeder Dritte der Kinder und Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren schon einmal so genannte Nudes (Nacktbilder) einer anderen Person geteilt. Der Appell der beiden Polizistinnen ist daher: „Melden statt teilen.“ „Wenn Kinder und Jugendliche wissen, welche rechtlichen Konsequenzen Cybermobbing und Sexting haben, können sie sich leichter behaupten“, sagt auch Kühlmann. Zum Beispiel, wenn es im Klassenchat mal wieder hoch hergeht.“

Foto: Benedikt Kühlmann (Mitte) mit Valera, Jonas, Emil und Julian (v. li.). „Die Schüler sind über Gefahren und Falschnachrichten bereits gut informiert“, staunt der Leiter der Medienscouts. (Foto: Steinböck)