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27. April 2024

Einfach nur: Menschen

Einfach nur: Menschen

Berührende Ausstellung „Was ihr nicht seht!“ an der Anne-Frank-Gesamtschule

Havixbeck. „Mädchenschule im Biologieunterricht. Es geht um Menschenaffen. Meldung aus der Klasse: ,Hey, der eine Affe sieht aus wie du!' Und dann war ich ein halbes Jahr lang der Breitnasenaffe‘“.
Dieses Beispiel aus einer Schule in München verdeutlicht nur eine von vielen Mobbingerfahrungen, die Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund in Deutschland mitunter ertragen müssen. Um auf solch alltäglichen Rassismus aufmerksam zu machen, hat Dominik Lucha einen Instagram-Account installiert, der es Menschen mit dunkler Hautfarbe ermöglicht, ihre schmerzhaften Erlebnisse mit anderen zu teilen. Auf diese Weise möchte er nicht nur zum Nachdenken anregen, sondern auch dazu ermutigen, Zivilcourage und antirassistisches Verhalten zu zeigen. Aus der digitalen Sammlung von Zitaten ist letztlich eine Wanderausstellung mit dem Titel „Was ihr nicht seht!“ entstanden, die jetzt, finanziell getragen vom Förderverein und dem Friedenskreis, an der Anne-Frank-Gesamtschule (AFG) Station macht. Die Initiative ging von der Schülervertretung (SV) der AFG aus. Letztere ist als „Schule gegen Rassismus, Schule mit Courage“ ausgezeichnet. „Mit der Ausstellung wird dieses Motto konkret und lebendig“, erklärt Leo Padberg, der die SV gemeinsam mit Eva Nothelfer leitet.
„Diskriminierung findet auf vielen verschiedenen Ebenen statt“, so Padberg. „Es geht nicht nur um Haut- und Haarfarbe, sondern auch um Vorurteile gegenüber dem gesellschaftlichen Status oder Verhaltensweisen von Menschen, die „anders“ aussehen.“ 10.-Klässlerin Vivien macht in diesem Zusammenhang vor allem eine Geschichte betroffen, in der ein hellhäutiges Kind mit seinem dunkelhäutigen Vater unterwegs ist und Passanten plötzlich die Polizei rufen. „Sie dachten, er hätte sein Kind entführt“, erklärt die Schülerin. „So ein Verhalten macht mich traurig.“
Dass Diskriminierung auch in Havixbeck vorkommt, und sei es auch nur durch Gedankenlosigkeit, hat Josi (16) erfahren, deren Eltern aus Syrien stammen. „Fast täglich wundern sich Menschen darüber, wie gut ich Deutsch spreche. Dabei bin ich in Deutschland geboren.“ Viktoria (15), die sich wie die anderen beiden als Streitschlichterin an der Schule engagiert, hätte dagegen nicht gedacht, „dass Rassismus noch so verbreitet ist, dass sich Ältere sogar auf Adolf Hitlers Antisemitismus berufen.“
Gemeinsam mit Kursleiterin Alexandra Revering überlegen die Schülerinnen und Schüler, was man im Alltag gegen Rassismus tun kann. Es fängt schon bei der Sprache an: „Darf man schwarz sagen? Oder doch lieber farbig? Mixed?“, fragt Revering. Am Ende einigen sie sich auf einen Begriff, der alle miteinander verbindet: Menschen.
Die Ausstellung „Was ihr nicht seht!“ läuft noch bis zum 10. Mai und ist anschließend am Standort Billerbeck zu sehen. Öffnungszeiten für die Öffentlichkeit: 29.4., 2.5. und 6.5., 13.15 bis 14.15 Uhr, Neubau der Anne-Frank-Gesamtschule, 1. Stock, Raum N127.